21.03. – 20.04.2017//Maria Chaparro und Roman Hutter

Maria Chaparro und Roman Hutter.

Betritt man den Schauraum, so wird man auf der einen Seite von zarten Pflanzenteilen empfangen, die von der Künstlerin Maria Chaparro mit exakten und sehr akkuraten Pinselstrichen aus ihrem natürlichen Lebensraum extrahiert auf Papier gebannt wurden. Wie eine Biologin untersucht sie gewissenhaft die Schönheit und Eigenheiten der Pflanze, reduziert sie auf ein paar wenige Blätter und eröffnet doch eine Ahnung von dem großen Ganzen. Wenn Maria erzählt, dann hört man eine große Sehnsucht und Verbundenheit zur Natur und dem Leben an sich aus ihrer Stimme heraus. Fast schon naiv muten die Zeichnungen in ihrer Überdeutlichkeit an. Die Blütenblätter und grünen Farne mit ihren kleinen roten Punkten, stehen Zeichnungen von Roman Hutter gegenüber auf denen Alltagssituationen mit Bleistift umrissen und mit leichten Tönen koloriert dem Betrachter entgegen springen. Roman Hutter lässt uns durch seine Augen blicken, wir begleiten ihn auf den Markt, wo er Medizin für seine Tochter ersteht oder wir sehen ihn dabei zu wie er eine Arbeit ausliefert, wir sitzen mit ihm im Bus oder am Küchentisch. Die Zeichnungen werden durch kurze Texte  ergänzt und geben einen direkten Einblick in das Familienleben, in Geschehnisse, die den Künstler  bewegen. Tagebuchartig, skizzenhaft und mit kurzen Texten erweitert, bekommt man als Betrachter eine Ahnung und die Möglichkeit nachzuspüren, was Roman Hutter und Maria Chaparro bewegt. In diesem zarten Dialog zwischen rosa blättrigen Sukkulenten und grünen Farnen hängen nach der Natur modellierte Wurzeln. Maria erzählt, dass eine Nachbarin bei der Gartenarbeit viele Wurzeln ausgegraben hat und sie angezogen von der Schönheit der Struktur und dem Prozess des Entwurzelns und dem Sterben der Pflanze angezogen die Wurzeln aufbewahrt hat und diese Wurzen dann mit Wachs modellierte. In Alu gegossen hängen sie jetzt als Zeugen neben den Zeichnungen.
Und bevor wir uns wieder abwenden und den Raum verlassen, entdecken wir das kleines, sehr kompakte Aluflugzeug, das Roman Hutter an der Stirnwand des Ausstellungsraum hoch in die Luft fliegt lässt. Rote spiralförmige Kondensstreifen begleiten den Flug in die Höhen der Möglichkeit und Sehnsüchte.

„Es ist angesagt viel und überall unterwegs zu sein, doch möchte der Körper ein Zuhause, ein Ort wo man Wurzeln schlägt und wächst. Als Künstlerpaar, jeder aus einer ganz anderen Kultur, erleben wir selber den Prozess des modernen „Nomaden“, wie es so schön genannt wird. Wo können wir als Künstlerpaar mit Familie leben? Was braucht die Familie, was braucht der Künstler? Auf der Suche nach unserem Platz sind wir viele Wege gegangen. Diese Ausstellung zeigt Aquarelle, Zeichnungen und Installation über diese Wege mit ihren Widersprüchen und Freuden.“

Ende April werden sie wieder nach Kolumbien zurück gehen.

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