30.01. – 13.02.2014 // Martina Geiger-Gerlach

„Schau-Raum“, Projektionen

Das Hinschauen ist Martina Geiger-Gerlachs wichtigste Arbeitstechnik.
Vorgefundene Situationen, die sie in ihrer Modellhaftigkeit faszinieren, zeichnet dieVideo- und Konzeptkünstlerin mit fest installierter Kamera auf, um sie immer wieder neusehen und überdenken zu können. Auch ihre drei im „Schau-Raum“ installierten Videos zeigen Menschen beim Hinschauen, alle in Zuschauerreihen geordnet. Wie das Theaterpublikum eines Theaterstücks mit dem Titel „Tanz ins Glück“, das Martina Geiger-Gerlach von der Theaterbühne aus mit der Kamera beobachtet, um die sichtbare Wirkung des vielversprechenden Stückes zu überprüfen. Auf der Suche nach Anzeichen vom Wirken bildstarker Rhetorik als visionäre Inspiration und Lektion, filmt sie eine Gruppe Kunststudenten und ihren Professor, wie sie gemeinsam den Livestream der Antrittsrede Barack Obamas als neuer Präsident Amerikas verfolgen. Um die Persönlichkeiten einer sogenannten Randgruppe sichtbar zu machen, inszeniert Geiger-Gerlach ein Sehstück. Die Bewohnerinnen eines Frauenwohnheims wurden von ihr engagiert, um eine Stunde in das Objektiv einer fest installierten laufenden Kamera zu schauen. Nun sitzen die Frauen dem Ausstellungsbesucher als lebensgroße Projektion gegenüber und geben ihr „Gastspiel“ im „Schau-Raum“.
Martina Geiger-Gerlach, in Albstadt geboren, studierte 2003 -2009 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Stuttgart. Ihr Werk umfasst Videos, Installationen, Aktionen und Performances und setzt sich mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander.

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