Ursula Oberhauser / Peter Weiß
In Südafrika wurde 2012 „fossiler Regen“ gefunden.
Vor 2,7 Milliarden Jahren brach ein Vulkan aus, es begann zu regnen und Regentropfen fielen in die frische Vulkanasche. Dort hinterließen sie kleine Krater, auf die dann neue Vulkanasche fiel. Diese Situation versteinerte im Laufe der Jahrmillionen. Durch Erosion freigelegt, können wir heute die Abdrücke der Regentropfen betrachten. Das flüchtige und alltägliche Ereignis eines Regenschauers fand durch das Zusammentreffen mit dem Vulkanstaub eine materielle Form, die Milliarden von Jahren überdauerte.
Die spezifische Materialität dieses beeindruckend kleinen erdgeschichtlichen Ereignisses fasste Peter Weiss 2013 als Teil einer Textarbeit in einem Satz zusammen. Dieser ist nun, 13 Jahre später, Titel der gemeinsamen Ausstellung mit Ursula Oberhauser: Abdrücke von Regentropfen, die vor 2,7 Milliarden Jahren in Vulkanstaub hinterlassen wurden. Er bezeichnet einen realen paläontologischen Fund und eröffnet zugleich einen weit darüber hinausreichenden imaginativen Raum.
Ähnlich der wundersamen Verwandlung von einfachen Regentropfen in Abdrücke, die Milliarden Jahre später gesehen werden können, entstehen die Arbeiten von Ursula Oberhauser und Peter Weiss aus einfachen, alltäglichen Materialien. Beide KünstlerInnen interessieren sich für Dinge, die sie in ihrer Umgebung finden und beschäftigen sich mit deren material- und situationsimmanenten Qualitäten. Ihre Arbeiten transformieren das „Unbeachtete“ in etwas, dem in veränderter Präsentation und an einem anderen Ort Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. Es bleibt dem Betrachter überlassen dieses als Kunst wahrzunehmen und die Transformation zu vollenden.
Text: Ursula Oberhauser/ Peter Weiss


