Heike Lydia Grüß
Eröffnung am Montag, 5.10.2026, 19 Uhr
Es spricht Till Ansgar Baumhauer
Geöffnet donnerstags 20-22 Uhr und nach Vereinbarung
In einer Welt, in der sich Bilder in schnellem Tempo abwechseln, in der Reisen und Ortswechsel oft mühelos möglich sind und jede und jeder permanenten Zugriff auf visuelle Objekte jeglicher Art hat, scheint die allumfassende Verfügbarkeit von Bildmaterial ganz selbstverständlich.
Und dennoch stellt sich die Frage: Was bleibt von dem, was wir erfahren – von Begegnungen, Austausch und Schaffensprozessen, die sich über Kulturen, Generationen und geografische Räume hinweg ereignen? Wie lesen und deuten wir die Spuren und Zeugnisse dieser kulturellen Prozesse? Wie treten wir mit ihnen in Beziehung? Und wie prägen kulturelle Artefakte unser kulturelles Gedächtnis und damit auch die Vorstellungen, die wir von uns selbst entwickeln?
Heike Lydia Grüß schafft stille und dennoch monumentale malerische und zeichnerische Werke, die sich aus einer dezidiert weiblichen und feministischen Perspektive mit Erinnerung auseinandersetzen.
Pas un souvenir: Das Bild ist keine objektivierbare Erinnerung und kann dies auch nicht sein. Jede Erinnerung ist individuell gerahmt, geprägt und kontextualisiert. Zugleich entziehen sich die Arbeiten einer eindeutigen Verwertung und Konsumierbarkeit als vermeintlich harmloser Erinnerungsobjekte. Sie bleiben offen, mehrdeutig und bisweilen spröde.
Die dargestellten Frauengestalten verweisen auf historische Rollenbilder und Bildtraditionen – etwa auf die Madonna oder auf Darstellungen des weiblichen Körpers im kolonialen Blick. Heike Lydia Grüß greift diese Bildtraditionen auf, löst die Figuren jedoch aus ihren ursprünglichen Zuschreibungen und gibt ihnen eigene Handlungs- und Deutungsmacht.
www.heikegruess.de




