Celina El Midani / Leticia Ferreira Schmidt / Leonie Günther / Daria Novender / Coco S.
Studierende des letzten Semesters im Bachelor Kunsttherapie (HfWU) zeigen, was oftmals ungezeigt bleibt. Sie regen zum Sprechen an, wo oftmals Tabus verhängt sind. Eine FLINTA*-Perspektive auf Gesellschaft, Religion und das ganz persönliche Erleben.
Celina El Midani verbindet in ihren Arbeiten feine Haarstickereien mit lebendiger Malerei zu einem Spiegel unserer Gesellschaft. Unsichtbar und doch unverzichtbar weben sich Frauen in die Strukturen des patriarchalen Systems, oft übersehen und selten gewürdigt. Sie betont in ihren Arbeiten eben das, was sie kritisiert, und schafft so Sichtbarkeit für unsichtbare Themen.
Leticia Ferreira Schmidt widmet ihre Werke der Vielschichtigkeit von Weiblichkeit. Sie verbindet Zartheit mit Provokation und schafft Räume für neue Perspektiven. Mit humorvoller Subversion spielt sie ironisch mit Vorurteilen und entlarvt gesellschaftliche Erwartungen als absurd. Zugleich setzt sie sich kritisch mit der fortwährenden Sexualisierung des weiblichen Körpers auseinander. Sie verweigert den objektifizierenden Blick und zeigt den Körper nicht als Projektionsfläche für Begierde, nicht als Idealisierung oder Reduktion, sondern als lebendigen, fühlenden und selbstbestimmten Organismus. So führt sie ihn zurück in einen Kontext von Natürlichkeit, Würde und Eigenmacht. Trotz impliziter Kritik bleibt ihre Kunst nie zynisch, sondern sucht stets auch die Schönheit hinter dem vermeintlich Unschönen. Für sie darf Schönheit ihren festen Platz haben und ist kein Zwang, sondern eine freie Entscheidung. Ihre Kunst zeigt, dass Widerstand und Anmut sich nicht ausschließen, sondern kraftvoll nebeneinander bestehen können. Instagram: @ichkunstdich
Mit BEING GAZE bringt die Künstlerin Leonie Günther ihr gleichnamiges Tanztheaterstück auf die Leinwand. Der Film kreist um den Blick, und um die Frage, was mit einem Körper geschieht, der über Jahre betrachtet, bewertet und normiert wird. Zwischen Rollenbildern, Erwartungen und dem Gewicht kollektiver Geschichte entsteht ein Spannungsfeld aus Erstarrung und möglichem Ausbruch. BEING GAZE schaut auf das was versteckt bleibt – wo etwas im Inneren zu verschwinden beginnt und und sich zugleich etwas dagegen auflehnt. Instagram: _leonie_guenther
Daria Novender setzt sich in der Kunst direkt und kompromisslos mit Ungerechtigkeit und patriarchalen Strukturen auseinander. Themen werden sichtbar, die vor allem weibliche Körper betreffen und gesellschaftlich oft verdrängt werden. Es werden klar und ohne Umwege Machtverhältnisse in Frage gestellt. Dabei wird der Körper nicht als Objekt, sondern als selbstbestimmter Ort von Erfahrung und Widerstand verstanden. Unbequem, ehrlich und präsent wird Raum für Perspektiven geschaffen, die sonst ungesehen bleiben.
Coco S. ist eine Künstlerin aus Tübingen. Neben ihrer sonst von biografischen Inhalten geprägten Kunst beschäftigt sie sich seit mehreren Jahren mit der gesellschaftlichen Tabuisierung von Menstruation. Darüber hinaus thematisiert sie geschlechtsidentitäre Fragen und ungleiche Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern im Alltag. Der künstlerische Vielklang von „taking space“ bietet ihren Werken einen Ort der Resonanz. Website: https://cocosartist.my.canva.site/




